Eine traditionelle Brauerei (siehe unten), wie es sie heute gibt und die Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot braut, produziert Bier, aber auch organische Abfälle und Energieverluste.
Dieser Abfall der Brauerei ist organisches Material, so dass sein Gefahrenpotential für die Umwelt als minimal anzusehen ist. Die organischen Abfälle werden allerdings zu einem Problem, wenn man die Mengen an Wasser, die für den Produktionsprozess benötigt werden, berücksichtigt. Bis zu 20l Wasser werden für die Herstellung eines Liters Bier benötigt. Außerdem ist es Verschwendung, wenn man bedenkt, wie viele Nährstoffe und Proteine aus dem Getreide für die Bierproduktion verloren gehen. Lediglich ein geringer Prozentsatz findet effektiv Verwendung, und die Proteine des eingesetzten Korns verbleiben unberührt im Anschluss an den Prozess. Eine Nutzung, die mitunter zum Tragen kommt, ist die Verfütterung an Tiere. Dies entspricht nicht einer optimalen Nutzung, da die Körner nur schwer zu verdauen sind. Das wiederum führt zu Verdauungsstörungen und einer erhöhten Produktion von Methangas, welches in die Atmosphäre gelangt.
Worum geht es bei Zero Emmissions? Einer der Aspekte ist die Wertschöpfung. Wenn man sich das traditionelle System in der Skizze anschaut, ist der Mehrwert, der aus dem Abfall generiert wird, nur sehr gering. Wenn die Brauerei für die Entsorgung der Abwässer und der Maische bezahlen muss ist er sogar negativ. Um den Mehrwert für die Produktionsstoffe zu maximieren sucht die ZERI-Stiftung nach dem optimalen Weg, den Abfall in einer Art Kaskade zu verwenden (siehe Skizze der ZERI-Brauerei unten).
Das gebrauchte Getreide ist sehr reichhaltig an Ballaststoffen und Proteinen und somit ein idealer Ersatz für Mehl im Brot. Wenn sie mit anderen Ballaststoffen wie Reisstroh oder ähnlichem vermischt werden stellen sie einen wertvollen Bestandteil für das Substrat zur Pilzzucht dar. Dieser Punkt ist der erste Schritt, der es ZERI ermöglicht, einen Mehrwert in Form von Brot oder Pilzen zu erzeugen (der Weltmarkt für Pilze ist bereits größer als der für Kaffee).
Der Vorteil der Pilzzucht aus dem verbrauchten Getreide ist, dass die Pilze die Körner besser verdaulich machen und deren Proteingehalt erhöhen. Daraus resultieren ein schnelleres Wachstum der Tiere und eine verbesserte Qualität des Fleisches.
Biertreber
Als nächstes wird der Tiermist zusammen mit den Brauereiabwässern in eine Vergärungsanlage gegeben. Dabei entstehen zwei Produkte: Biogas und eine Nährlösung. Das Biogas wird in Tanks gespeichert und kann wahlweise verkauft oder in der Brauerei genutzt werden. Die Nährlösung wird in flache Teiche geleitet in denen sie, bedingt durch die Photosynthese, von Algen verdaut wird. Die Algen, die durch die Nährstoffe wachsen und sich vervielfachen, fließen in den Fischteich und dienen als Fischnahrung. Der Fischteich selbst ahmt die Natur mit unterschiedlichen Spezies in unterschiedlichen Tiefen nach. Mit einigen Fischen, die von der Oberfläche bis auf den Boden schwimmen, ist ein gesundes, funktionierendes System garantiert, welches keine Antibiotika benötigt. Eben wie ein See in der wilden Natur.
Was war passiert? Indem in einer Kaskade Wertschöpfung geschaffen wurde, konnte ZERI alle Nährstoffe, Proteine und Ballaststoffe sowohl des gebrauchten Getreides als auch der Prozessabwässer, in einem Reinigungsprozess, nutzen. ZERI hat den Abfall in eine wertvolle Quelle umgewandelt, um mehr Jobs, mehr Einkommen und eine bessere Umwelt zu schaffen.
Die Vergärungsanlage ist ein luftdicht abgeschlossener Container, in dem anaerobe Bedingungen herrschen. Anaerobe Bakterien sind aktiver als aerobe Bakterien (die mit Sauerstoff arbeiten), die normalerweise in aeroben Teichen oder septischen Tanks Verwendung finden. Sie verwandeln innerhalb von 5-6 Tagen 60% der im Abwasser enthaltenen organischen Substanz in Nährstoffe. Das ist die Zeitspanne, in der sie sich der festen Stoffe annehmen, die der Vergärungsanlage zugeführt werden; nach dieser Zeit werden sie sich nach frischer Nahrung umsehen. Eine Vergärungsanlage produziert einen höherwertigen Abfluss und zusätzlich Biogas (CO2 + CH4) oder Methangas, das als Energiequelle benutzt werden kann.
Film- und Diskussionsveranstaltung
am Sonnabend, dem 24. März 2012,
19.30 im Bahnhof Chorin ein.
› mehrReferenten: Anne-Kathrin Kuhlemann und Markus Haastert
› mehrZERI at 14th INTERNATIONAL CONFERENCE7-8 October 2011, Sofia, Bulgaria Social...
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