Vor 1996 lehrte die Montfort Boys Town, eine Schule für benachteiligte Jungen in Suva, Fiji, ihren Schülern wie sie Lebensmittel und Kapital durch Fischzucht in künstlichen Teichen gewinnen können. 1996 schließlich besuchten ZERI und Professor George Chan die Schule und stellten ein neues, integriertes Anbausystem vor, das ihre derzeitigen Bemühung auf fünf neue gesunde Unternehmen verteilt. Und dies einfach indem sie die Brauereiabfälle einer nahe gelegenen Brauerei einsammeln und verwenden. Diese neuen Einkommensquellen würden Lebensmittel, Jobs und Energie produzieren und den Jungen wertvolle Erfahrungen in landwirtschaftlicher Spitzentechnologie vermitteln; zudem haben sie der anfälligen Wirtschaft ihres Landes ein neues Wirtschaftsmodell vorgestellt.
1997 hatte sich das System, wie es unten weiter ausgeführt wird, etabliert.
Die Schüler der Montfort Boys’ Town sammeln die Schlämme der lokalen Brauerei in Suva ein. Dieser kostenlose Gerstenbrei ist das ideale Substrat um damit Pilze zu züchten. Hieraus entsteht eine lokale Quelle für Lebensmittel und zusätzliche praktische Erfahrung für die Schüler.
Das Substrat, welches mit Reisstroh oder Sägemehl vermischt wird, wird mit Pilzsporen geimpft. Während des Wachstums produzieren die Pilze ein Enzym, dass das Protein aus dem Getreide löst und in nahrhaftes Futter für die Tiere verarbeitet. Wenn die Pilze geerntet werden, wird das Substrat an die Schweine verfüttert. Es muss also kein Futter mehr gekauft werden.
Die Biogasanlage ist das Herzstück des ganzen Systems; sie reduziert innerhalb von 3 bis 6 Tagen den BSB (Biologischen Sauerstoffbedarf) und den CSB (Chemischen Sauerstoffbedarf) des Abfalls um 60% durch anaerobe Prozesse. Nachdem der Abfall die Anlage durchlaufen hat werden die restlichen 40% des BSB und CSB durch aerobe Prozesse in flachen Teichen behandelt. Das Produkt dieses Prozesses sind Algen, die das perfekte Fischfutter für die angrenzenden Fischteiche mit ihren zahlreichen Fischarten darstellen.
Der Abfall der Schweine wird gesammelt und durch eine Vergärungsanlage geschickt, eine einfache Einrichtung, die die Behandlung von Feststoffen und die Entnahme von Gas ermöglicht. Das Methangas wird gesammelt, in Flaschen abgefüllt und als Energiequelle für die Beleuchtung und die Küche benutzt.
Die Deiche um die Fischteiche herum werden mit einer Polykultur aus verschiedenen proteinreichen und schnell wachsenden Pflanzen, die lediglich ein Minimum an Pflege benötigen, bepflanzt. Diese Artenvielfalt auf den Deichen erfüllt die lebenswichtige Funktion der biologischen Schädlingskontrolle, um den Einsatz giftiger Chemikalien zu vermeiden.
Bis zur Hälfte der Teichfläche wird benutzt, um Hydrokulturen zu züchten. Dadurch werden wiederum lokale Nahrungsmittel und zusätzliches Einkommen geschaffen und den Schülern wertvolle Erfahrungen vermittelt.
Es ist wichtig festzuhalten, dass die menschlichen Ressourcen für die Funktionstüchtigkeit und die Entwicklung dieses Systems von entscheidender Bedeutung sind. Die Jungen, die auf dem Areal wohnen, betreiben und unterhalten alles: die Pilze, die Schweine, die Biogasanlage, die Fischteiche und die Hydrokultur. Das bietet ihnen natürlich die Möglichkeit, das System wachsen und sich im Einklang mit der Natur wandeln zu sehen; das Schlüsselkonzept für Mutter Erde und ZERI. Montfort Boys’ Town hat sich von einer Berufsschule in ein Zentrum für nachhaltige Entwicklung gewandelt und stellt sicher, dass die Abgänger über ein breites Wissen verfügen und die Erfahrung gemacht haben, wie Systeme aufgebaut werden können, um eine Fülle zu produzieren und gleichzeitig die Umwelt zu fördern.
Dieses Beispiel von George Chan zeigt auf elegante Art und Weise, wie wir soviel mehr aus dem machen können, was wir haben, und dabei Abfälle abschaffen. Reichhaltigkeit in Aktion!
Mehr Bilder zu Montfort Boys Town finden Sie hier
Film- und Diskussionsveranstaltung
am Sonnabend, dem 24. März 2012,
19.30 im Bahnhof Chorin ein.
› mehrReferenten: Anne-Kathrin Kuhlemann und Markus Haastert
› mehrZERI at 14th INTERNATIONAL CONFERENCE7-8 October 2011, Sofia, Bulgaria Social...
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