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Terra Preta: gesunde, fruchtbare Böden und CO2 Reduktion

Das Geheimnis der Terra Preta

Terra Preta ist eine an Nährstoffen reiche Erde. Sie enthält neben Holzkohle, Überreste von organischen Abfällen wie Fäkalien, Knochen, zerbrochene Muscheln und Scherben.

Wissenschaftler vermuten, dass Holzkohle die Nährstoffe im Boden bindet und sie so vor Auswaschung durch tropische Regenfälle schützt. Das Ergebnis dieser Bearbeitung ist eine tiefschwarze, humusartige und fruchtbare Erde namens Terra Preta (portug. „schwarze Erde“). Mittlerweile wurden im gesamten Amazonasgebiet mehrere zehntausend Areale mit Terra Preta entdeckt, die zumeist an Flüssen gelegen sind. Manche Fundorte von Terra Preta besitzen eine Mächtigkeit von bis zu 20 Metern.

Die heutigen Fundorte, die ca.10 % der Fläche Amazoniens einnehmen, stimmen teilweise mit den Schilderungen über frühere Siedlungen überein. Es wird davon ausgegangen, dass diese Siedlungen auf erhöhten Ebenen angelegt wurden, um vor den alljährlichen Überflutungen durch den Amazonas geschützt zu sein. Archäologen entdeckten zusätzliche Dämme, von denen angenommen wird, dass sie Verbindungswege zwischen den Siedlungen darstellten.

Die frühen Landwirte verwendeten offensichtlich auch ein ausgeklügeltes Be- und Entwässerungssystem. Einige der indigenen Völker Amazoniens verfügen noch heute über Begriffe für Kulturpflanzen wie Mais oder Baumwolle, obwohl sie selber als Jäger und Sammler leben. Diese Tatsache wird als weiterer Beweis für die Existenz einer frühen nachhaltigen Landwirtschaft Amazoniens gewertet. Das Herzstück dieser landwirtschaftlichen Hochkultur war die von Menschen erschaffene, fruchtbare Erde.

Gefäße für die Trennung und Sammlung von Fäkalien und Urin für die Herstellung von Terra Preta, die von früheren Kulturen zur Landnutzung verwendet wurde (Quelle: Glaser)

Ein Mythos und ein Rätsel

1540/41 bereiste der Dominikanermönch Fray Gaspar de Carvajal zusammen mit dem
spanischen Eroberer Francisco de Orellana als erster Europäer den Amazonas von den peruanischen Anden bis zu seiner Mündung in den Atlantik. In seinen Aufzeichnungen berichtet er von zahlreichen blühenden Siedlungen entlang der Ufer und im Hinterland. Die Bewohner sollen Ackerbau und Fischfang betrieben haben. Lange Zeit wurde sein Bericht als reine Fantasie abgetan, denn wie hätte die Ernährung sichergestellt werden können? Die roten Verwitterungsböden (Latosole, Oxisole) im Regenwald von Amazonien sind viel zu nährstoffarm, um eine solch große Anzahl von Menschen ernähren zu können.

Untergang der präkolumbischen Hochkultur

Die Siedlungen fanden ein jähes Ende als die Bewohner in nur kurzer Zeit den von Europäern eingeschleppten Krankheiten zum Opfer fielen. Überlebende wurden entweder verfolgt und getötet oder versklavt oder gezwungen, sich den kulturellen Zwängen der europäischen Einwanderer anzupassen.

Manche Stämme flohen in unzugängliche Regionen im Innern des Regenwaldes und überlebten dank einer halbnomadischen Lebensweise. Ihre vermeintlich steinzeitliche Kultur ist Ausdruck einer so genannten „agrikulturellen Regression“ (William Baleé, Anthropologe an der Tulane University, New Orleans). Da es keine Schriftüberlieferung gibt, sind viele Kenntnisse der präkolumbischen Kulturen verloren gegangen oder nur noch rudimentär vorhanden.

Heute herrscht im tropischen Regenwald zumeist Landwirtschaft mithilfe von Brandrodung vor. Dabei werden Bäume gefällt und verbrannt, die Asche düngt den Boden ca. 2 Jahre lang, danach müssen die Bauern weiterziehen. Die Brandrodung zählt mit zu den Ursachen für die Vernichtung des Regenwaldes.

CO2 Reduktion

Eine Anreicherung von Dauerhumus bzw. Kohlenstoff in den Böden führt zu einer deutlichen Reduzierung des CO2-Gehaltes in der Atmosphäre. Wenn diese Methode der CO2-Sequestrierung flächendeckend und in nennenswertem Umfang umgesetzt werden könnte, wäre dies ein beachtlicher Beitrag zum Klimaschutz. Rund 250 t Kohlenstoff können unter bestimmten Vorrausetzungen pro Hektar Ackerboden  längerfristig gespeichert werden. Da die Kohlenstoffanreicherung in den Nutzböden gleichzeitig zu einer spürbaren Verbesserung der Bodeneigenschaften und höherer Flächenproduktivität führt, ist dies auch für den Landwirt von erheblichem Nutzen.

Bei der Verwertung von 1t Tonne Grüngut können durch das Gesamtsystem Pflanze-Pyrolyse-BioChar etwa 0,5t CO2 aus der Atmosphäre entnommen, und dauerhaft in den Boden eingelagert werden. Dies entspricht etwa 27 % der von der Pflanze beim Wachstum gebundenen CO2-Masse bzw. einer Kohlenstoff-Effizienz von 60%.

Wie mache ich Terra Preta selbst?

 

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